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3 kleine Bagger
Wer kann sich nicht daran erinnern, in seiner Kindheit in
einem Sandkasten gespielt zu haben, oder wer größeres Glück hatte, am Meer
aufgewachsen zu sein, und dort eine Sandburg gebaut zu haben. Auch heute
bringen Eltern ihre Kinder auf den Spielplatz. Mit tausend verschiedenen Sandspielzeugen
kommen sie aus allen Richtungen und bevölkern diesen Ort, der die Fantasie
des Kindes anregen, oder nur die Eltern für eine kurze Zeit von ihren
Quälgeistern entlasten soll. Während übermüdete und teilweise gelangweilte
Eltern auf Bänken sitzen und ein bisschen dösen, das können sie tun, weil die
meisten Spielplätze eingezäunt sind, damit ihre Sprösslinge nicht
entflüchten, unterhalten sich andere über neuerlernte Fähigkeiten ihrer
Schützlinge, den Kosmetiker, die Nachbarn oder den Haushalt. In
zivilisierteren Teilen der Welt versuchen sich Eltern im Training ihrer
Sprachkenntnisse, wenn sie auf offensichtlich aus dem Ausland kommende
Erwachsene mit Kindern treffen. Wie groß ist dann oft die Enttäuschung, wenn
festgestellt werden muss, dass der Fremde der Sprache seines Gastlandes sehr
gut mächtig ist, oder vielleicht als kohlschwarzer Afrikaner sich in der
schrecklichsten Mundart zu verständigen weiß.
Diese Gespräche werden im idealsten Fall nur durch das
Geschrei der eigentlichen Helden unserer Geschichte gestört, wenn ein
größeres sich das Spielzeug eines kleineren aneignet, oder dessen fast
fertiges Meisterwerk aus Sand mit seinen Füssen zertritt, um nach Recht des
Stärkeren seinem eigenen formlosen Haufen Platz zu verschaffen. Hierbei kommen
dann oft auch die sogenannten Erwachsenen ins Streiten, und die ganze Sache
wird auf diese Weise vor eine höhere Instanz gebracht.
Dass der Sandkasten auch die Gemüter älterer
Spielgenossen zum Kochen bringen kann, soll unser nächstes Beispiel verdeutlichen.
Es handelt sich um ein größeres Baugrundstück, auf dem verschiedene Maschinen
herumstehen. Ein Teil dieser ist mit verschiedenen Arbeiten beschäftigt, ein
anderer steht tatenlos da und beaufsichtigt das Treiben der anderen.
Plötzlich kommt Bewegung ins Spiel, weil wie aus dem Nichts am Rande des
Bauplatzes ein mit neuem Sand beladener Lastwagen aufgetaucht ist. Drei Leute
springen in drei kleine Bagger und folgen dem Ankömmling auf dem nicht sehr
großen Baugelände. Als dieser nach zwei Runden endlich seine
Abladedestination gefunden zu haben scheint und rückwärts fährt, läuft er auf
einen der kleinen ihm folgenden Bagger auf, wobei die kleine Arbeitsmaschine
gebrauchsunfähig wird. Schließlich wird der wenige Sand, für den ein dreimal
kleinerer Laster genug gewesen wäre, in Haufenform abgeladen. Die Motoren der
beiden noch intakten Kleinbagger brummen auf, wie beim Start eines Formel
1-Rennens. Von zwei Seiten wird jetzt das Häufchen in Angriff genommen, um
sich die größtmögliche Menge des auf dem Bauplatz raren Materials zu sichern,
wobei die Zähne der Baggerschaufeln knirschend ineinander fahren und
miteinander fechten, als wären es Schwerter. Grimmig sehen sich die Fahrer in
die Augen. Andere Arbeiter des Bauplatzes lassen ihre Tätigkeit ruhen, um dem
Schauspiel beizuwohnen. Einige schließen sogar Wetten ab, wer wohl den Kampf
dieser Minigiganten entscheiden würde. Nachdem es einem gelungen ist, den
meisten Sand zu erobern, legt der andere den Rückwärtsgang ein, fährt auf die
Seite und rammt den einen von dort. Der Fahrer des gerammten Fahrzeuges fällt
aus seiner Kabine, aber die Schaufel mit dem teuren Sand bleibt wie eine
Trophäe in der Höhe stehen, unerreichbar für die, die bisher gespannt,
neidisch zugeschaut haben und das Material eigentlich für ihr Arbeit brauchen
würden.
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3 kleine Bagger
Sunday, 4 October 2015
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